Bei einer Schwangerschaftsgingivitis handelt es sich um eine Entzündung des Zahnfleischs (Gingiva), die durch die hormonelle Umstellung verstärkt wird. Der Auslöser bleibt derselbe wie außerhalb der Schwangerschaft: bakterieller Zahnbelag am Zahnfleischrand. Weil Progesteron und Östrogen jedoch die kleinen Blutgefäße im Zahnfleisch durchlässiger machen, fällt die Antwort des Gewebes auf dieselbe Menge Belag deutlich kräftiger aus.
Meistens zeigt sich eine Schwangerschaftsgingivitis ab dem zweiten Trimenon durch gerötete, geschwollene Ränder und Blutungen beim Putzen. Nach der Geburt bildet sie sich in den folgenden Wochen meist zurück, sofern die Beläge konsequent entfernt werden. Gegen eine Schwangerschaftsgingivitis wirksam sind zweimal tägliches Putzen mit weichen Borsten, tägliche Zwischenraumreinigung und eine zahnärztliche Kontrolle. Zusätzlich gilt: nach Erbrechen nicht gleich putzen, sondern zuerst mit Wasser spülen.
Warum reagiert das Zahnfleisch in der Schwangerschaft so empfindlich?
Das Zahnfleisch bekommt in der Schwangerschaft keine neuen Bakterien, sondern eine neue Empfindlichkeit. Progesteron und Östrogen steigen an, und beide Hormone bereiten einer Schwangerschaftsgingivitis den Boden, indem sie auf das Gewebe am Zahnfleischsaum einwirken. Die feinen Gefäße erweitern sich, sie werden durchlässiger, und Flüssigkeit tritt vermehrt ins Gewebe aus.
Dadurch schwillt der Zahnfleischrand an, wirkt dunkler gerötet und blutet schon bei leichter Berührung. Genau dieses Bild meint der Begriff Schwangerschaftsgingivitis. Zudem verändert sich der Biofilm: Manche Bakterienarten nutzen Steroidhormone im Zahnfleischwasser als Nährstoff und vermehren sich stärker.
Wichtig ist die Reihenfolge der Ursachen. Die Hormone allein lösen keine Schwangerschaftsgingivitis aus. Erst zusammen mit Zahnbelag entsteht das Bild, das viele Schwangere ab dem vierten Monat bemerken. Genau deshalb greift die häusliche Reinigung so gut: Sie entfernt den Faktor, den Sie beeinflussen können.
Wenn Ihr Zahnfleisch schon vor der Schwangerschaft geblutet hat, war die Entzündung meist bereits vorhanden. Die Hormonlage macht sie lediglich sichtbarer. Wie eine Zahnfleischentzündung entsteht, erklärt das Portal gesund.bund.de; welche Sofortmaßnahmen helfen, lesen Sie im Beitrag was bei blutendem Zahnfleisch kurzfristig hilft.
Wann beginnt eine Schwangerschaftsgingivitis und wann geht sie zurück?
Der zeitliche Verlauf einer Schwangerschaftsgingivitis ist erstaunlich regelmäßig. Erste Zeichen treten häufig gegen Ende des ersten Trimenons auf, deutlich werden sie meist im zweiten. Im dritten Trimenon, meist um den achten Schwangerschaftsmonat, erreichen Schwellung und Blutungsneigung ihren Höhepunkt; im letzten Monat vor der Geburt und nach der Entbindung klingen sie langsam ab.
| Zeitraum | Was am Zahnfleisch meist passiert | Was jetzt sinnvoll ist |
|---|---|---|
| SSW 1–12 (1. Trimenon) | Meist noch unauffällig; bei Übelkeit erste Putzlücken | Kontrolltermin vereinbaren, Putzroutine anpassen |
| SSW 13–28 (2. Trimenon) | Ränder röten sich, Blutung beim Putzen und bei Zahnseide | Professionelle Reinigung, planbare Behandlungen |
| SSW 29 bis Geburt | Schwellung am stärksten, teils Epulis | Kurze Termine, flache Rückenlage vermeiden |
| 1–3 Monate nach der Geburt | Schwellung geht zurück, Blutung nimmt ab | Nachkontrolle, Befund neu erheben |
Eine vollständige Rückbildung der Schwangerschaftsgingivitis ist allerdings nicht selbstverständlich. Sie tritt vor allem dann ein, wenn der Belag entfernt wurde. Bleibt harter Zahnstein liegen, bleibt die Entzündung nach der Geburt erhalten.
Deshalb lohnt eine Nachkontrolle etwa zwei bis drei Monate nach der Entbindung. Erst dann lässt sich beurteilen, ob wirklich nur eine Schwangerschaftsgingivitis vorlag oder ob bereits Knochenabbau eingesetzt hat. Diese Unterscheidung entscheidet über den weiteren Weg, denn eine Parodontitis braucht mehr als Reinigung.
Was ist eine Schwangerschaftsepulis und muss sie entfernt werden?
Eine Schwangerschaftsepulis (Epulis gravidarum) ist eine gutartige, meist rötlich-weiche Wucherung des Zahnfleischs, die zwischen zwei Zähnen aus der Zahnfleischpapille hervorwächst. Sie sitzt bevorzugt im Oberkiefer-Frontzahnbereich und erreicht selten mehr als ein bis zwei Zentimeter.
So auffällig sie aussieht, so harmlos ist sie ihrer Natur nach. Es handelt sich nicht um einen bösartigen Tumor, sondern um überschießendes Gewebe an einer gereizten Stelle. Auslöser sind derselbe Biofilm und dieselbe Hormonlage, die auch hinter der Schwangerschaftsgingivitis stehen.
In den meisten Fällen bildet sich eine Epulis nach der Geburt von selbst zurück, ebenso wie die Schwangerschaftsgingivitis ringsherum. Eine Entfernung während der Schwangerschaft kommt daher nur in Betracht, wenn sie stark blutet, das Kauen behindert oder beim Sprechen stört.
Zwei Punkte sollten Sie trotzdem ernst nehmen: Jede neue Zahnfleischwucherung gehört angeschaut, weil sich dahinter selten auch andere Veränderungen verbergen. Außerdem bleibt eine Rückbildung aus, solange Beläge und ein überstehender Füllungsrand daneben die Reizung unterhalten.
Was tun nach Erbrechen, damit der Zahnschmelz keinen Schaden nimmt?
Magensäure hat einen sehr niedrigen pH-Wert und weicht die Oberfläche des Zahnschmelzes auf. Wer direkt danach zur Zahnbürste greift, trägt genau diese aufgeweichte Schicht mechanisch ab. Bei wiederholtem Erbrechen entstehen so Erosionen: flache, glänzende Einsenkungen, besonders an den Innenflächen der oberen Frontzähne. Zusammen mit einer Schwangerschaftsgingivitis leiden dann zwei Gewebe gleichzeitig.

Die richtige Reihenfolge nach dem Erbrechen sieht deshalb so aus:
- Spülen Sie sofort mit lauwarmem Leitungswasser, kräftig und mehrfach, um die Säure zu verdünnen.
- Nutzen Sie anschließend eine Fluoridspülung oder eine Lösung aus einem Teelöffel Natron in einem Glas Wasser, wenn Sie beides zur Hand haben.
- Warten Sie rund 30 Minuten, bevor Sie putzen. In dieser Zeit härtet der Speichel die Oberfläche wieder etwas nach.
- Putzen Sie danach mit weichen Borsten und einer Zahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid, ohne Druck und ohne Schrubbbewegung.
- Verzichten Sie auf Weißmacher-Zahnpasten mit hohem Abrieb, solange die Übelkeit anhält.
Falls schon das Zähneputzen Würgereiz auslöst, hilft ein kleinerer Bürstenkopf, eine geschmacksneutrale Zahnpasta und ein Zeitpunkt außerhalb der Übelkeit. Manche Schwangere kommen morgens gar nicht zurecht und putzen deshalb mittags gründlich. Das ist besser als eine ausgelassene Reinigung, die eine Schwangerschaftsgingivitis zusätzlich anheizt.
Welches Trimenon eignet sich für planbare Zahnbehandlungen?
Für aufschiebbare Behandlungen, auch für die Therapie einer ausgeprägten Schwangerschaftsgingivitis, gilt das zweite Trimenon (SSW 13 bis 28) als günstigster Zeitraum. Die Organentwicklung ist dann weitgehend abgeschlossen, die Übelkeit hat meist nachgelassen, und das Liegen auf dem Stuhl fällt noch leicht. Akute Beschwerden dagegen behandelt man in jedem Trimenon, weil unbehandelte Entzündungen und Schmerzen selbst eine Belastung darstellen.
| Trimenon | Eignung für planbare Eingriffe | Begründung |
|---|---|---|
| 1. Trimenon (SSW 1–12) | eingeschränkt | Phase der Organbildung, häufig Übelkeit; nur Kontrolle, Reinigung, akute Schmerzbehandlung |
| 2. Trimenon (SSW 13–28) | gut geeignet | Beschwerden meist geringer, Lagerung unproblematisch, Füllungen und Zahnfleischbehandlung möglich |
| 3. Trimenon (SSW 29 bis Geburt) | eingeschränkt | Rückenlage kann Kreislaufprobleme auslösen, kurze Termine, vorzeitige Wehen vermeiden |
Sagen Sie beim Terminieren, in welcher Schwangerschaftswoche Sie sind. Danach richten sich Sitzungslänge, Lagerung und Reihenfolge der Schritte. Im dritten Trimenon hilft eine leichte Linksseitenlage mit Kissen unter der rechten Hüfte, weil so weniger Druck auf die untere Hohlvene entsteht.
Wie eine Kontrolle abläuft, bei der auch eine Schwangerschaftsgingivitis erfasst wird, beschreibt unsere Seite zur zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung.
Röntgen und Betäubung in der Schwangerschaft: Was ist möglich?
Beim Röntgen gilt eine strenge Abwägung. Zahnärztliche Aufnahmen betreffen einen kleinen Bereich weit entfernt von der Gebärmutter, und moderne digitale Sensoren brauchen wenig Strahlung. Trotzdem verschiebt man Aufnahmen in der Schwangerschaft, wenn sie aufschiebbar sind; für die Beurteilung einer Schwangerschaftsgingivitis braucht es ohnehin kein Röntgenbild.
Notwendig bleibt eine Aufnahme dann, wenn ohne sie keine sinnvolle Entscheidung möglich ist, etwa bei starken Schmerzen oder einer Schwellung mit Verdacht auf eine Entzündung an der Wurzelspitze. In diesem Fall kommen Bleischürze und Schilddrüsenschutz zum Einsatz, und es wird nur die eine benötigte Aufnahme angefertigt.
Örtliche Betäubungsmittel sind in der Zahnmedizin gut untersucht und in der Schwangerschaft nach ärztlicher Abwägung einsetzbar. Der Zusatz eines gefäßverengenden Stoffs wird dabei niedrig dosiert. Eine schmerzhafte Behandlung ohne Betäubung ist die schlechtere Wahl, weil Stress und Schmerz ihrerseits wirken.
Sprechen Sie außerdem an, welche Medikamente Sie einnehmen und was Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt empfohlen hat. Bestimmte Antibiotika und Schmerzmittel scheiden in der Schwangerschaft aus, andere sind vertretbar. Diese Auswahl trifft Ihre Behandlerin oder Ihr Behandler im Einzelfall, nicht ein Text im Internet.
Wie pflegen Sie Ihr Zahnfleisch bei einer Schwangerschaftsgingivitis?
Gegen eine Schwangerschaftsgingivitis wirkt kein Präparat so zuverlässig wie die tägliche mechanische Reinigung. Das Ziel ist nicht ein sauberes Gefühl, sondern ein belagfreier Zahnfleischrand, und zwar rundherum.

- Zweimal täglich zwei Minuten mit weicher oder mittelweicher Bürste, in kleinen rüttelnden Bewegungen am Zahnfleischsaum entlang.
- Einmal täglich die Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten in passender Größe reinigen; Zahnseide dort, wo keine Bürste hineinpasst.
- Blutende Stellen nicht auslassen. Gerade dort sitzt der Belag, der die Entzündung unterhält.
- Elektrische Bürsten mit Andruckkontrolle erleichtern die Sache, wenn Ihnen die Handbürste zu anstrengend wird.
- Chlorhexidin-Spülungen nur zeitlich begrenzt und nach Rücksprache, da Verfärbungen und Geschmacksveränderungen auftreten können.
Eine professionelle Zahnreinigung im zweiten Trimenon nimmt Ihnen den harten Zahnstein ab, an den Sie zu Hause nicht herankommen. Was dabei geschieht, lesen Sie auf der Seite zur Prophylaxe in unserer Praxis.
Reicht die Reinigung nicht aus, weil sich bereits vertiefte Zahnfleischtaschen gebildet haben, kommt eine Behandlung des entzündeten Zahnfleischs infrage. Ihr Umfang richtet sich nach dem Befund, nach der Schwangerschaftswoche und danach, wie ausgeprägt die Schwangerschaftsgingivitis ist.
Ernährung und Zwischenmahlzeiten: Worauf kommt es jetzt an?
Viele Schwangere essen kleinere Portionen, dafür häufiger. Für den Magen ist das angenehm, für die Zähne bedeutet es mehr Säureangriffe pro Tag. Jede Zwischenmahlzeit senkt den pH-Wert im Mund für eine Weile, und in dieser Zeit verliert der Zahnschmelz Mineralien. Zugleich nährt jeder klebrige Snack den Belag, der eine Schwangerschaftsgingivitis unterhält.
Praktisch heißt das: Fassen Sie Süßes zur Mahlzeit zusammen, statt es über den Tag zu verteilen. Getränke wie Apfelschorle, Fruchtsaft und Zitronenwasser wirken durch die Fruchtsäure zusätzlich, selbst ohne Zucker. Wasser und ungesüßter Tee sind zwischendurch die bessere Wahl.
Gegen Heißhunger hilft ein Vorrat, der nicht klebt und nicht sauer ist: Nüsse, Käsewürfel, Gemüsesticks, Naturjoghurt. Zuckerfreier Kaugummi nach dem Essen regt den Speichelfluss an und beschleunigt so die Neutralisierung im Mund. Weitere Grundlagen dazu bündelt das Portal gesund.bund.de zur Zahngesundheit.
Kalzium und Vitamin D betreffen übrigens den Knochenstoffwechsel, nicht direkt Ihr Zahnfleisch. Die Vorstellung, dass jede Schwangerschaft „einen Zahn kostet”, stimmt so nicht. Zähne verlieren keine Mineralien an das Kind.
Was hat Ihre Mundgesundheit mit den Zähnen Ihres Kindes zu tun?
Neugeborene kommen ohne kariesauslösende Bakterien zur Welt. Diese Keime, vor allem Streptococcus mutans, werden über Speichel übertragen, meist von den engsten Bezugspersonen. Je später und je weniger davon ankommt, desto günstiger startet das Milchgebiss.
Konkret bedeutet das drei Gewohnheiten, die sich leicht umstellen lassen:
- Löffel und Trinkbecher nicht gemeinsam benutzen und den Brei nicht mit dem eigenen Löffel probieren.
- Den heruntergefallenen Schnuller mit Wasser abspülen, statt ihn abzulecken.
- Die eigene Karies und die Schwangerschaftsgingivitis vor der Geburt behandeln lassen, damit die Keimzahl im Speichel sinkt.
Damit sinkt das Übertragungsrisiko, es verschwindet jedoch nicht. Ebenso wichtig bleiben später zuckerarme Getränke, Fluorid und der erste Zahnarztbesuch des Kindes. Eine Übersicht zu Vorsorgeuntersuchungen bietet die KZBV-Patienteninformation zur Vorsorge.
Risiken, Grenzen und Alternativen
Ehrlichkeit gehört an diese Stelle, denn nicht alles lässt sich in der Schwangerschaft lösen, und nicht alles ist wissenschaftlich geklärt.
Was der Zusammenhang mit Frühgeburten wirklich hergibt. Es gibt Untersuchungen, die einen statistischen Zusammenhang zwischen ausgeprägter Zahnfleischentzündung und Frühgeburt oder niedrigem Geburtsgewicht beschreiben. Ob die Entzündung dabei die Ursache ist, gilt jedoch als offen. Studien, in denen Parodontitis während der Schwangerschaft behandelt wurde, konnten die Frühgeburtenrate nicht verlässlich senken. Eine gute Mundhygiene ist deshalb sinnvoll, taugt aber nicht als Versprechen.
Was in der Schwangerschaft nicht sinnvoll ist. Zahnaufhellungen, ästhetische Eingriffe ohne Befund und umfangreiche Implantatplanungen verschiebt man auf die Zeit nach dem Stillen. Auch eine vollständige Parodontitistherapie in mehreren langen Sitzungen lässt sich meist besser danach durchführen. Die Schwangerschaftsgingivitis selbst dagegen sollten Sie nicht aufschieben.
Was Grenzen hat. Selbst bei sehr guter Reinigung bleibt eine gewisse Blutungsneigung, solange die Hormonlage anhält. Das ist kein Zeichen für Versagen. Umgekehrt gilt: Eine Schwangerschaftsgingivitis, die trotz sauberer Zähne über Monate stark blutet, gehört untersucht, weil auch Blutbildveränderungen oder Medikamente eine Rolle spielen können.
Welche Alternativen bleiben. Wenn eine Behandlung nicht in die Schwangerschaft passt, hilft ein Zwischenschritt: Beläge entfernen, Beschwerden lindern, Kontrolle in kurzen Abständen und die eigentliche Therapie nach der Geburt. Diesen Plan sollten Sie schriftlich mitnehmen, damit er nicht untergeht.
Häufige Fragen zur Schwangerschaftsgingivitis
Ab welcher Schwangerschaftswoche tritt eine Schwangerschaftsgingivitis auf?
Erste Zeichen zeigen sich oft gegen Ende des ersten Trimenons, deutlich wird das Bild meist ab SSW 13. Am stärksten sind Schwellung und Blutungsneigung meist um den achten Schwangerschaftsmonat. Nach der Geburt geht die Schwellung in der Regel innerhalb einiger Wochen zurück, sofern die Beläge entfernt wurden.
Ist Zahnfleischbluten in der Schwangerschaft normal?
Häufig ja, unbedenklich jedoch nicht. Das Bluten zeigt eine Entzündung an, die bei einer Schwangerschaftsgingivitis durch die Hormonlage lediglich verstärkt wird. Gesundes Zahnfleisch blutet auch in der Schwangerschaft nicht. Bessert sich die Blutung nach zwei Wochen konsequenter Reinigung nicht, sollten Sie einen Termin vereinbaren.
Darf ich in der Schwangerschaft eine professionelle Zahnreinigung machen lassen?
Ja. Eine professionelle Zahnreinigung gilt als unbedenklich und ist gerade im zweiten Trimenon sinnvoll, weil sie harten Zahnstein entfernt und eine Schwangerschaftsgingivitis dadurch abklingen kann. Sagen Sie vorab Bescheid, in welcher Woche Sie sind. Dann lassen sich Sitzungslänge und Lagerung anpassen und stark reizende Politurpasten vermeiden.
Muss eine Schwangerschaftsepulis operiert werden?
Meist nicht. Eine Epulis gravidarum bildet sich nach der Geburt häufig von selbst zurück. Eine Entfernung während der Schwangerschaft kommt in Betracht, wenn sie wiederholt blutet, das Kauen behindert oder rasch wächst. Zeigen sollten Sie jede neue Zahnfleischwucherung trotzdem.
Darf ich mit einer Schwangerschaftsgingivitis geröntgt werden?
Aufschiebbare Aufnahmen verschiebt man. Ist eine Aufnahme für die Diagnose unverzichtbar, etwa bei starken Schmerzen, lässt sie sich mit Bleischürze und Schilddrüsenschutz durchführen. Für die Beurteilung einer Schwangerschaftsgingivitis selbst braucht es kein Röntgenbild, sondern eine klinische Untersuchung des Zahnfleischs.
Was soll ich nach dem Erbrechen tun, ohne die Zähne zu schädigen?
Spülen Sie sofort mit lauwarmem Wasser, anschließend gern mit einer Fluoridspülung oder Natronlösung. Warten Sie danach etwa 30 Minuten, bevor Sie putzen, weil der Zahnschmelz direkt nach dem Säurekontakt aufgeweicht ist. Putzen Sie dann mit weichen Borsten und ohne Druck.
Kostet jede Schwangerschaft wirklich einen Zahn?
Nein. Zähne geben keine Mineralien an das Kind ab. Zahnverluste in dieser Zeit entstehen durch unbehandelte Karies, durch Erosionen nach Erbrechen und durch eine Zahnfleischentzündung, die zu lange unbehandelt bleibt. Regelmäßige Kontrollen und tägliche Zwischenraumreinigung machen den Unterschied.
Schwangerschaftsgingivitis in Lörrach abklären lassen
Wenn Ihr Zahnfleisch in der Schwangerschaft geschwollen ist, blutet oder sich verändert hat, klären wir in Ruhe, ob eine Schwangerschaftsgingivitis dahintersteckt. In der Zahnarztpraxis am Senser Platz behandeln zwei Zahnärzte: Garik Khachatryan und Dr. med. stom. Niculae Oprea. Zu den Schwerpunkten der Praxis gehört die Parodontologie.
Bringen Sie zum Termin Ihren Mutterpass und eine Liste Ihrer Medikamente mit. Sagen Sie beim Anruf gleich, in welcher Schwangerschaftswoche Sie sind, damit wir Länge und Zeitpunkt des Termins passend planen.
Sie erreichen uns in der Tumringer Straße 199, 79539 Lörrach, telefonisch unter 07621 84800 oder über das Formular auf unserer Kontaktseite. Termine vergeben wir nach Vereinbarung.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung,
Diagnose oder Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt.
Quellen
- Zahnfleischentzündung – gesund.bund.de — Entstehung der Gingivitis durch bakteriellen Zahnbelag, Beschwerdebild und Rückbildung bei konsequenter Reinigung
- Vorsorge – KZBV-Patienteninformation — Stellenwert regelmäßiger zahnärztlicher Kontrollen und der Prophylaxe
- Zahngesundheit – gesund.bund.de — Grundlagen zu Mundhygiene, Fluorid und Ernährungseinfluss auf Zahnschmelz
- Wechselwirkungen zwischen Mundgesundheit und Allgemeingesundheit – BZÄK — Einordnung von Zusammenhängen zwischen Parodontalerkrankungen und Allgemeingesundheit